Gottfried M. Graaff
Weggemeinschaft der Gangelter Pfarrgemeinden
Herr Stefan Wilhelm Knor, […] ist mir seit Jahren aus regelmäßigen und intensiven Gesprächen bekannt. Seine Kreativität und Sensibilität für Liturgie und liturgische Räume haben eine ganze Reihe von Projekten in ihm wachsen lassen, die Gegenwart Gottes in der verhüllten Transzendenz des Kirchenraumes anzudeuten: Der Weg führt konsequent nach innen, um dort für die Begegnung der zarten Nähe Gottes Raum zu schaffen – Licht und Musik und Raum als Medium der Unterstützung der Seele sich zu öffnen.
Ich bin begeistert von seiner Kompetenz und Einfühlsamkeit, wie er
in unserer Kirche im Jahre 2003, die damals komplett innenrenoviert
wurde, das Thema von Genesis 1 umsetzte.
Die Schöpfung, das Chaos und der Geist wurden zu einem intensiven
Erlebnis durch die Kombination von Farben und Musik. Die
Licht-Klang-Installation in St. Nikolaus war eine Meditation für die
anwesenden Menschen, die hiernach das intensive Bedürfnis hatten, über
Gott in ihrem Leben ins Gespräch zu kommen. Denn die theologische
Aufbereitung dieses existentiellen Themas war die Basis dafür, dass das
Medium der Installation die Herzen der Menschen überhaupt erreichen
konnte.
Im vergangenen Jahr hat Herr Knor in der Kirche Sankt Maternus – Berberen eine Installation zum Heiligen Triduum innerhalb der Liturgie durchgeführt. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Peter Cleef, fasste diese Heiligen Feiern folgendermaßen zusammen:
Das österliche Triduum sacrum verwandelte unsere Kirche St. Maternus zu einer Kathedrale des Unfassbaren, als die Licht, Kunst und Klanginstallationen von Stefan W. Knor und die charismatische und spirituelle Liturgiegestaltung durch Pastor Graaff und Gemeindereferentin Ratayczak den Himmel öffnete. Der Geist des Glaubens an Gott verwandelte sich für uns alle unfassbar in eine physisch greifbare Grundwirklichkeit. Damit wurde diese Urintention im Sakralraum von St. Maternus zu einem Ereignis, dass unsere Vorstellungskraft dramatisch erweiterte.
Am Gründonnerstag stand die Liturgie unter dem Leitbild »Gottes sich
selbst verzehrende Liebe«. Die Kreuzigungsgruppe im Chor unserer Kirche
war mit einem schwarzen Tuch verhüllt, nur die beiden Figuren von Maria
und Johannes waren sichtbar. Der Altar war mit einem weißen Tuch
abgedeckt. Die brennende Osterkerze, das Christussymbol stand noch vor
dem Altar, der Mittelpunkt unserer Gemeinde und der zentrale Ort in der
Kirche ist. Die Kirche war während der gesamten Messfeier in einem Meer
von farblich wechselndem Licht erstrahlt. Zum Gloria läuteten alle
Glocken unserer Kirche, um anschließend bis zur Osternacht zu
verstummen. Am Schluss der Messfeier blieben viele Gläubige in Andacht
erstarrt im Kirchenraum und versuchten das Erlebte zu verarbeiten.
Am Karfreitag stand die Liturgie unter dem Leitbild »Christus stirbt«.
Die Kreuzigungsgruppe im Chor war an diesem Tage einschließlich der
beiden Figuren Maria und Johannes mit einem schwarzen Tuch verhüllt. Das
weiße Tuch, das am Gründonnerstag den Altar bedeckte und später
abgenommen wurde, lag noch wie ein Leichentuch um den Altar herum. Die
brennende Osterkerze, dass Christussymbol stand brennend auf dem nackten
Stein des Altars. Beim Passionsbericht wurde die brennende Kerze an der
Stelle, wo es heißt – Es ist vollbracht! Und er neigte sein Haupt und
gab seinen Geist auf. – dramatisch auf dem Altar ausgedrückt. Damit
wurde symbolisiert, dass das Sterben Christi am Kreuz ein Gewaltakt ist.
Die Gläubigen verließen still und schweigend die Kirche.
Die Osternacht stand unter dem Leitbild »Triumph der Hoffnung«. Als die
Osterkerze feierlich in die dunkle Kirche getragen wurde und von ihrem
Feuer der Hoffnung das Licht an hunderte kleine Osterkerzen
weitergereicht wurde erstrahlte St Maternus in einem Meer der kleinen
Hoffnungen. Diese kleinen Hoffnungen drangen in die Herzen der Menschen
und im weiteren Verlauf der Messfeier sangen und beteten die Gläubigen
mit herzlicher Inbrunst, so dass sich die vielen kleinen Hoffnungen zu
einem Orkan des Glaubens vereinigten.
Die Tauf- und Firmfeierfeier von Julia Luxemburg wird sicher für ihren weiteren Lebensweg prägend sein. Dieses unvergessliche Erlebnis begann damit, dass Pastor Graaff sie beim Namen rief und ihren Glauben erfragte. Hiernach empfing sie am alten Taufstein das Sakrament der Taufe und dann vor der ganzen Gemeinde die Firmung: Siegel des Heiligen Geistes. Die Aufnahme in die Kirche wurde abgeschlossen mit der Spendung der Ersten Hl. Kommunion.
Am Schluss der Messfeier spendeten die Kirchenbesucher spontan stehenden Applaus.
Eine umfassende Würdigung dieses Gesamtkunstwerkes ist uns nicht
möglich, da die menschliche Sprache zu klein ist dieses Ereignis
umfassend zu beschreiben. Wir wissen, dass wir das Geschehene nicht
wieder in der da gewesenen Form wiederholen können und müssen dankbar
sein für dieses Kunstwerk zu Ostern 2004, auch wenn es nur ein
aufleuchtender Herzschlag in der langen und bewegten Geschichte unserer
Pfarre St. Maternus war.
Peter von Cleef
Das Ereignis von Ostern 2004 ist in unserer Gemeinde heute noch präsent. Und das ist durchaus verständlich, da die Einheit von Licht und Mystik, Zeichen und Symbolik sowie Musik und Thematik derart ineinander liefen, dass nichts wirklich Neues entstand sondern vielmehr die selbstverständliche Dimension der Kar- und Osterliturgie unterstrichen wurde. – Für das kommende Jahr planen wir eine neue Installation im Rahmen einer liturgischen Feier!
Sehr gerne empfehle ich Herrn Knor für weitere Installationen in sakralen Räumen.